8. Mühlhäuser Trabitreffen 2003

..oder ein lärmender Russe und die Pfützenpolonaise

....schon beim Zeltaufbau steckte der Teufel im Detail. Alles war da, der Platz, das Zelt (noch auf´m Laster), der Zeltbaumeister, das Zeltbuch und lauter willige Helfer. Nur eines erschwerte den Aufbau. Das Zelt wurde uns, ohne die zum Aufbau nötigen Bolzen und Schrauben, geliefert. Dieses Problem wurde aber über die Fa. Federn Oßwald aus der Welt geschafft und endlich konnte der wirkliche Aufbau beginnen. Nach dem Zelt wurden Org.-Büro und Kassenhaus aufgestellt und danach bezog der Platzmeister, unser Kassenwart Belinda im eigenen Qek Quartier. Nun war soweit alles gerüstet, der Kühlwagen mit seiner leckeren und wohl gekühlten Fracht wurde an seinen Platz bewegt. Schnell noch das Verpflegungszelt und schon waren wir bereit, am morgigen Tag die Post abgehen zu lassen.
Endlich Freitag......
Der Platz öffnete gegen Mittag seine Pforten und schon trudelten sie ein aus Nah und Fern, Trabantfahrer, IFA-Freunde, die Fahrer von Fahrzeugen aus sozialistischer Produktion halt, mit Dachzelt oder Qek, mit Klappfix oder Zelt.
Vertreter verschiedener Vereine inzwischen Freunde und fester Bestandteil bei unseren Treffen. Freude auf allen Gesichtern, endlich sieht man sich wieder.
Die ersten Zelte stehen und die eine oder andere Wagenburg ist aufgebaut. Das Bier fließt lecker und kühl und der DJ quält die Lautsprecher sehr zur Freude des feierwilligen Publikums. Später am Abend treibt es Belinda bunt und spielt Lustiges. Da wurden junge Menschen mit den Beinen voran in die Ärmel von NVA-Jacken gesteckt und mit einem Sicherheitshelm des VEB Sicher-Plast verziert bevor diese dann zu einem wilden „Sack-Hüpfen“ durch das Zelt aufbrachen, ein Röps-Kontest konnte von einem eher stillen Vater gewonnen werden, und das „Wett-Aussaugen“ von warmen Smirnof aus der Nuckelflasche gewann eine Frau (... und ich sach noch keine Frauen wegen der Übung) am Ende wurde noch wild um die wette getanzt, wobei selbst die kleinsten Nachtschwärmer auf ihre Kosten kamen. An dieser Stelle Grüße nach Halle.
Weit nach Mitternacht dann endlich Ruhe. Doch einige wenige sind einfach nicht tot zu kriegen. So ist das eben in unseren Reihen – hart im Nehmen.

Samstag, morgens gegen 6:30 Uhr
....der Platzmeister überprüft mittels Hinausstrecken des großen Zeh`s aus dem Wohnwagen das Wetter und befand die Wetterlage als super. Anschließend wird die Wettervorhersage für die kommenden Tage durch Lesen im Büffeldung getätigt.
Bombenwetter, doch in der Ferne Donnergrollen.
Auf den Gesichtern der wenigen schon umherirrenden zeigt sich Verwunderung.
Das Donnergrollen wird immer lauter, aber keine Wolke am Himmel. Solch einer bedarf es aber erfahrungsgemäß. Gut, beobachten und erst mal weiter machen.
Der Donner wird lauter und bekommt fast etwas wie einen Rhythmus. Wie dieses?
Dann endlich des Rätsels Lösung. Vor dem Tor steht ein Russen V8. Der alte russische Militär-Lkw begehrt Einlass. Klar, Mensch fast vergessen mit dem haben wir ja was ganz besonderes vor.
Immer mehr Fahrzeuge finden sich ein, aber eng wird es bei diesem riesigen Platz nicht.
Dann endlich ist es soweit.
Samstag 10 Uhr Eröffnung des 8. Trabant- und IFA-Treffens in Mühlhausen. Der Bürgermeister eröffnet und dankt allen, die gekommen sind und bringt seinen Frohgemut darüber zum Ausdruck, dass es immer noch Leute gibt, die IFA-Fahrzeuge in Straßenzulassungswürdigem Zustand erhalten und immer noch fahren.
Er weist auf die einmalige Sammlung vom Mühlhäuser IFA-Freund Petersheim hin, der noch alle!!! Trabantmodelle besitzen soll. Anschließend eine kurze, aber emotional geladene Rede unseres Vorsitzenden, Sven Winkler.
Alle dachten geschafft – Pustekuchen
Unser Kassenwart, Belinda, froher Redner und Schöngeist ergreift auch noch das Wort.
(will es den gar nicht enden)
Hier wurde allen gedankt, die hergefunden hatten, aber auch denen, die hinter ihren Schraubern stehen und ihnen ihr Hobby erst ermöglichen.
Stellvertretend für alle Frauen gab es für eine einen fetten Blumenstrauß von Belinda.
Geschafft. Unser Treffen ist nun auch endlich offiziell eröffnet, nu aber los wir wollen feiern.
Plötzlich altbekannte Sirenen.
Kaum zu glauben, der letzte in Thüringen zugelassene, noch Dienst verrichtende Barkas B1000 Krankenwagen rollt mit fröhlich Licht und Musik auf den Platz. Bei diesem Auftritt war klar, dass er schnell von Schaulustigen und Wissensdurstigen umstellt wurde.
Hier noch mal besten Dank an das DRK OV Siebleben, die das Fahrzeug zur Verfügung stellten und an Andreas Höfferl, der selbigen Krankenwagen zu uns lenken durfte.
Kaum angekommen erschallen wieder bekannte Sirenen aus einer Zeit, in der man diese nicht so häufig hörte, wie heute. Diesmal ist der Urheber des ostalgischen Geräusches ein Wartburg 353W der Volkspolizei der Deutschen Demokratischen Republik, mit orginal Uniformierten als Wagenlenker und Beifahrer(in). Ein Traum.....
Am Nachmittag stand dann eine Ausfahrt durch den Unstrut-Hainich-Kreis auf dem Programm an der sich !!84!! Fahrzeuge beteiligten.
Hier ein großes Lob an alle die mitgefahren sind. Es ging sehr friedlich zu, vor allem aber haben sich alle an die STVO gehalten und das wiederum gab löbliche Worte von den Stadtvätern und der ortsansässigen Polizei. Als alle Fahrzeuge den Platz wiedergefunden haben, begannen die Spiele.
Die obligatorischen waren da: Anlasserstemmen, Radwechsel auf Zeit, Rad-Weitwurf.
Und als Highlight: LKW-Tauziehen, welche Gruppe zieht den Ural! Am schnellsten???, Geschicklichkeitsfahren mit unserem Trabant Pick-Up mal ganz anders(rum), wobei dem Fahrer die Augen verbunden, aber zur allgemeinen Erbauung ein Beifahrer auf die verkehrt herum montierte Bestuhlung gesetzt wurde.
Die Kleinen der IFA-Familie sollten natürlich auch zeigen was in ihnen steckt. Und das ging so:
- Kinderspiele für Jungs und Mädels: z. B. lustig Eierlaufen
- Rad-Weitwurf (wir zeigten es den großen) mit einem Rad des legenderen MEWECAR
- Rutsche-Trabi-Rennen - auch hier gab es einen Pokal

Später am Abend dann der Auftritt der „Jive Bunny´s". Dieser Rock`n Roll-Act aus Mühlhausen zeigt kleine „Hasen“ ganz groß. Hier noch mal Dank an „Willi“ und ihre Mädels und ihren mutigen Jungen. War echt spitze.
Nach ein wenig wilder Disco der lecker schmucker Erotik-acht.
Sie brachte Männer zum träumen und vergaß uns leider ihren Slip zu schicken,
Er ließ die Damen Feuer und Flamme werden und schockte dann noch mit nicht nur einer Schlange. Grins.
Der DJ ließ noch bis spät in die Nacht eine gewagte Mischung aus Discomucke, Arbeiter- und Kampfliedern, Sandmännchenlied und Karell-Gott-Gesungenes erklingen, ehe dann langsam gegen 4 Uhr Ruhe einkehrte. ..........aber nicht lange...........

Sonntag ca. 6:30 Uhr
...langsam erwacht der Tag und ein paar lustig gefiederte Gesellen pfeifen es von den Dächern: „Mühlhausen, Industriestraße, Trabant- und IFA-Treffen". Dieses Treffen will sich nun wirklich niemand entgehen lassen.
Plötzlich wird der ganze Platz jäh aus der Ruhe gerissen und der Monster-Russe erwacht brüllend zum Leben.
Der Platzmeister und Kassenwart Belinda muss mal pinkeln und nach grober Einschätzung der Lage stand fest, dass die unüberwindliche Distanz zwischen Qek und Klowagen nur mit schwerer Technik zu überwinden sei. :-) Guten Morgen. Und noch immer treffen Fahrzeuge ein, wir waren gestern Abend schon über 100.
Ab 10 Uhr wurde dann der Eingang zum Park Ferme frei gegeben und dann ging es zur fröhlichen Fahrzeugbewertung.
Um den kurzfristigen Verlust des geliebten Fahrzeuges zu mildern spielte ab 10 Uhr die Blasmusik zum Frühschoppen mit Schunkel-Bier und Bratwurst.
Am Nachmittag dann die ersehnte Pokalvergabe, den Pokal der Besucherjury für das schönste IFA-Fahrzeug auf dem Platz übergab der Schirmherr des Treffens, unser Oberbürgermeister Herr Dörrbaum.
Er sprach mahnende Worte wider des Vergessens und ein Hoch auf den sozialistischen Fahrzeugbau und die Freunde dieser Fahrzeuge.
Und endlich gab es die Pokale für die Wettkämpfe und Fahrzeuge.
Es waren faire Wettkämpfe und schöne Autos. Nicht jedes erhielt einen Pokal aber jedes hätte einen verdient. Den Pokal für treue Dienste an der geschichtlichen Revue.
....wenig später. Das feierwillige Volk hatte sich erneut versammelt um der Tanzwut ihren Tribut zu zollen, als für Thüringen eine Unwetterwarnung ausgegeben wurde.
Kaum gesagt, schon da.
Heftiges Gewitter, viel Schaden. 2 Pavilione gingen erst zu Bruch und später in und durch die Luft. Klappfixe erhielten verbogene Zeltstangen und Risse in der Zelthaut. Ein Qek ist wegen offen gestandenem, dann weggerissenem Dach abgesoffen. Nu ist er wieder trocken :-).
Nach Sturm und Regen zeigte Belinda eine „der-Regen-ist-zu-Ende-Polonaise“ durch alle Pfützen des Platzes und lud alle zu einem Fass Freibier ein um den Verlust ein wenig zu mildern.
Dieses fand regen Zuspruch.
Auch dieser Tag ging zu Ende und auch unser Treffen neigte sich selbigem entgegen.
Am Montag fuhren sie dann, die, die unsere IFA-Familie hoch halten und sie stetig vergrößern.
Nachdem der Lkw mit dem Zelt beladen war, ging er aus und nicht aus eigener Kraft wieder an.
Da musste erst erfahrenes Schrauberpersonal aus einer ortsansässigen Firma anrücken.
Mit W50 oder L60 wäre das nicht passiert.

Wir danken allen, die da waren, mit uns tanzten, lachten und Zelte festgehalten haben, den Freiwilligen, vor allem Familie Knüllig, die sich ums lecker Fresschen gekümmert haben, allen, die uns mit einer Sach- oder Geldleistung den Rücken gestärkt haben und sonst hinter uns standen.

Wir hoffen auf die gleiche Hilfe und Unterstützung 2004 wenn es heißt:
Auf zum 9. Trabant- und IFA-Treffen nach Mühlhausen.

Wir freuen uns auf euch. Wir ein kleiner Clan in unserer großen IFA-Familie

belinda

Hier einige Bilder:

(Bilder: Yves/jabberwockey)